Rick Rubin - Produzent bahnbrechender Alben von den Red Hot Chili Peppers über die Beasty Boys bis zu Johnny Cash, hat einen neuen Job. Er ist jetzt im Vorstand einer Plattenfirma namens Columbia. Das ist für Ihn nicht so neu, denn vorher hat er schon eigene Labels gegründet und sehr erfolgreich betrieben. Nebenbei scheint an seinen Produzentenhänden Gold zu kleben und so ist es schon von einigem Gewicht wenn Rubin sich in der New York Times zur Zukunft der Musikindustrie äußert. Kernaussage seiner Vision ist eine Art Gebührenmodell a la Napster, nur dass die Musik in Zukunft überall verfügbar sein wird:
“You’d pay, say, $19.95 a month, and the music will come anywhere you’d like. In this new world, there will be a virtual library that will be accessible from your car, from your cellphone, from your computer, from your television. Anywhere. The iPod will be obsolete, but there would be a Walkman-like device you could plug into speakers at home. You’ll say, ‘Today I want to listen to … Simon and Garfunkel,’ and there they are. The service can have demos, bootlegs, concerts, whatever context the artist wants to put out. And once that model is put into place, the industry will grow 10 times the size it is now.”
Zu diesem Modell sieht Rubin keine Alternativen. Wenn es so nicht kommt, dann wird die Musikindustrie nicht überleben.
Tatsächlich ist die von Ihm beschriebene Entwicklung fast unausweichlich - ob mit oder ohne Musikindustrie. Der Nutzer, der in naher Zukunft an keinem Platz mehr offline sein muss, hat es nicht mehr nötig, Speichermedien mit sich herumzutragen. Bei näherer Betrachtung scheint es aber nicht ganz klar, wozu Künstler und Konsumenten in diesem Modell eigentlich noch eine Musikindustrie in dieser Größenordnung brauchen. Schon jetzt zeigen Musikcommunities wie lastfm, wie Musikhören in Zukunft aussehen könnte. Hier spielen große Marketingaktionen nur noch eine kleine Rolle. Das Verhalten der Nutzer steuert die Popularität eines Künstlers und verknüpft diesen mit anderen bereits etablierten Bands. Gleichzeitig sollte es mit den heutigen technischen Möglichkeiten kein Problem mehr sein, den Künstler direkt für die Nutzung seines Materials zu bezahlen.
Rubin jedenfalls hat die Gefahr klar vor Augen:
“The future technology companies will either wait for the record companies to smarten up, or they’ll let them sink until they can buy them for 10 cents on the dollar and own the whole thing.”
0 Responses to “Rubin sagt: Vergesst den iPod!”